Bericht Hawaii 2018 von Dalibor Cesak

Dieses Jahr trafen sich zum vierzigsten Mal die verrücktesten Ausdauersportler/-innen der Welt im Mekka des Triathlons, um sich der Herausforderung Swim – Bike – Run auf der Langdistanz zu stellen. Dabei zu sein ist für jeden Athleten etwas Besonderes. Etwa die besten acht Prozent der Teilnehmer/-innen aus den Qualifikationsrennen der weltweiten Ironmanserie im selben Jahr erkämpfen die Startberechtigung auf Hawaii für sich.

Dass man eine hervorragende sportliche Leistung erbracht, jede Menge Trainingszeit und Geld investiert und eine Reise um die halbe Welt unternommen hat, um am Renntag in Bestform am Start dieses epischen Rennens zu stehen, bedeutet aber kein Freiticket fürs Ankommen im Ziel. Die wunderschöne tropische Big Island mitten im Pazifik hat zwar schon einige Athleten ruhmreiche Siege feiern und dadurch Triathlongeschichte schreiben lassen. Unvergleichbar mehr Helden hat sie aber auch ihre grausame Kehrseite gezeigt. Wellengang, Gegenwind, Hitze und neunzig Prozent Luftfeuchtigkeit können die sportliche Herausforderung allzu leicht in eine stundenlange Qual auf dem hügeligen Kurs verwandeln. Einen hohen Leistungsanspruch haben dort alle und großen Respekt vor dem Wettkampf selbst auch. Die Ziellinie als „daylight finisher“, d.h. in weniger als ca. elfeinhalb Stunden zu überqueren, ist für die meisten „rookies“ (Erstteilnehmer) so wie für mich ein anspruchsvoller aber durchaus realistischer Wunsch.

Die Anreise eine Woche vor dem Rennen erwies sich als ausreichend fürs Kennenlernen der Rennstrecken, der prachtvollen Insel und für die Gewöhnung an die tropischen Bedingungen. Je näher der Renntag rückte, umso mehr häuften sich aber auch Probleme mit meiner technischen Ausstattung: der Gangschaltung meines Zeitfahrrads, einem Platten, dem schürfenden „swimmsuit“ und meinem angerissenen Renntrikot. Ein paar angespannte und hektische Tage später war aber alles wieder im Lot. Als am Wettkampfmorgen nach dem Ritual des „Startnummer-markings“ ein Hawaiianer kräftig in eine Muschel blies, um die Athleten zum längsten und anstrengendsten Tag des Jahres zusammen zu rufen, waren Körper und Kopf voll und ganz auf die bevorstehende Herausforderung konzentriert.

Swim. Es ist soweit. Einstieg ins Wasser, kurzes Abklatschen und Alles-Gute-Wünschen für das Rennen unter den Startern, warten auf den Kanonenschuss und endlich ist er da, der Moment, auf den ich monate- beziehungsweise jahrelang trainiert habe. Über zweitausend Starter/-innen, zunächst die Profis und im Anschluss die „Agegrouper“ machen sich nach einem Massenstart auf die Schwimmstrecke. Alle im Startfeld sind gute Schwimmer. Alle versuchen möglichst schnell den idealen Weg entlang der Bojen abzuschwimmen. Zu wenig Platz für alle. Über die Prügeleien auf den ersten paar hundert Metern wurde in allen Rennberichten der Welt schon genug geschrieben. Ja, es ist beeindruckend, was da abgeht. Gegenseitiges Austeilen und Kassieren, mehr oder weniger unbeabsichtigt natürlich. Solange man gelegentlich Luft kriegt, das Frühstück im Magen behält und seine Schwimmbrille nicht verliert, ist alles gut. „Pardon“ oder „Entschuldigung“ sagt dir hier keiner, wie denn auch? Aus diesem Riesenwirbel bestehend aus kraulenden Körpern und schlagenden Beinen gibt es ungefähr zwei Auswege, der nach vorne und der nach hinten. Hat man also wirklich eine Wahl?

In einer Langdistanz entscheidet sich dass Rennen nicht während des Schwimmens. Locker zu bleiben, mein Tempo so bald wie möglich zu finden und gut zu orientieren sind meine wichtigsten Aufgaben für die erste Disziplin. Am Wendepunkt kurz vor dem zweiten Kilometer sortiert sich das Schwimmerfeld einigermaßen. Die ganz schnellen Schwimmer sind vorne weg, die langsameren sind nicht mehr da und die meisten bekommen langsam das Gespür dafür, dass noch ein langer Tag bevorsteht. Ein paar Delfine schwimmen bei uns mit, wie man auf dem Foto sieht. Amüsiert über die bemühten Athleten springen sie aus dem Wasser um zu zeigen, wie schwimmen eigentlich geht.

Die erste Disziplin geht in meiner Wahrnehmung sehr schnell vorbei. Als ich nach zweitausend Armzügen auf knapp vier Kilometern aus dem Ozean steige, fühle ich mich noch ganz frisch und bin schon längst auf den Wechsel zum Radfahren konzentriert. Eine passable Schwimmzeit von einer Stunde und sieben Minuten, mit einer Frequenz unter hundertsechzig Herzschlägen pro Minute und weniger als Tausend verbrannten Kalorien hat mein Rennen nahezu perfekt anfangen lassen.

Bike. Nach dem Wechsel aufs Rad fahre ich relativ locker los, um meinen Puls deutlich runterzudrücken. Auf den ersten Kilometern, die durch die Ortschaft Kailua-Kona führen, melden sich aber Muskelkrämpfe. Diese meine treuen Begleiter durch das Trainingsjahr schießen mir aus dem Rücken in die linke Hinterseite eines Oberschenkels. Es muss ein skurriles Bild sein, einen Starter zu sehen, der angefeuert durch Tausende Zuschauer kaum tritt, durch eine Viererreihe von Athleten überholt wird und dabei versucht, seinen Arsch zu massieren. Die ersten zehn Kilometer auf dem Rad sind dadurch der kritischste Abschnitt im ganzen Rennen für mich. Es dauert gefühlt ewig, bis ich mich aus der schmerzhaften Bummelfahrt rausdehnen kann. Sobald mir eine halbe Stunde später auf der Queen-Ka’ahmanu Highway meine Raduhr zum ersten mal eine Leistung von zweihundert Watt und einer Geschwindigkeit von über dreißig Km/h zeigt, weiß ich, dass ich zurück im Rennen bin. Hundertsiebzig Kilometer mit Gegenwind auf einem hügeligen Kurs durch die Lavafelder, auf denen noch einiges passieren kann, stehen bevor. Von ziemlich weit hinten fange ich an, meine Kontrahenten zunächst aus höheren Altersklassen zu überholen. Obwohl „drafting“ im Ironman verboten ist und mit „time penalty“ bestraft wird, ziehen ein paar Grüppchen mit Windschattenfahrern an mir vorbei. So was nur ohne mich, denke ich mir und lasse mich jedes Mal zurückfallen.

Die kräfteraubende Hitze macht sich schon am frühen Vormittag bemerkbar und die trockenen Salzflecken auf meinem Renntrikot erinnern mich an die Wichtigkeit der sorgfältigen Verpflegung und Kühlung. Hauptsache keinen Platten kriegen und nicht überzocken, schön gleichmäßig fahren und geduldig sein geht mir wie ein Mantra durch den Kopf. Auf dem Rückweg vom Wendepunkt in Hawi gibt es zum Glück relativ wenig von dem erwarteten Seitenwind und ein paar Wolken gönnen uns sogar einen kurzen Regenschauer, der sich zu dieser Jahreszeit in Kona wie eine warme Dusche anfühlt. Das Regenwasser fällt auf die heißen schwarzen Lavafelder und verdampft sofort wieder, sodass von einer kühlenden Erfrischung nicht die Rede sein kann. Immerhin kann ich ein stabiles Tempo bei mäßigem Puls fahren und bin weiter auf der Überholspur.

Über viertausend flüssige Kalorien in Gels und Iso treiben mich in fünf Stunden und vierzehn Minuten über die hundertachtzig Kilometer lange Radstrecke mit achtzehnhundert zu bewältigenden Höhenmetern an. Den anfänglichen Krämpfen verschuldet bleiben die Durchschnittswerte über den Radkurs von hundertvierundachtzig Watt, der Trittfrequenz von zweiundachtzig Pedalumdrehungen pro Minute und etwas über vierunddreißig Km/h deutlich unter meinen Erwartungen. Nichts für ungut. Es tröstet mich das Gefühl, mich auf dem Rad nicht all zu viel verausgabt zu haben, was sich in Zahlen als eine durchschnittliche Herzfrequenz von hundertsechsundvierzig und viereinhalbtausend verbrannten Kalorien ausdrücken lässt. Zum Glück hat man während des Rennens keine Zeit melancholisch zu werden, weil das Radfahren auf Hawaii nun schon Geschichte ist. Meine Lust auf mehr hält mich vor dem Wechsel zum Lauf bei Laune und lässt mich auf eine gute Marathonzeit hoffen.

Run. Die ersten Kilometer auf der Laufstrecke führen durch eine Schleife in Kailua-Kona und sind ziemlich hügelig, sodass ein konstantes Tempo zu finden nahezu unmöglich ist. Der Laufstil nach fünf Stunden auf dem Rad ähnelt erstmals einem Eiertanz. Man kann nur hoffen, sich später noch irgendwie fangen zu können. Viele jubelnde Zuschauer jagen die Läufer nach vorn. Auf dem hügeligen Ali’i Drive, der sich entlang der wunderschönen Pazifikküste bis zum Schildkrötenstrand zieht, gibt es einige wenige schattenwerfende Bäume, kühlende Wasserschläuche und Verpflegungsstationen mit kalten Getränken und Eiswürfeln. Nach ungefähr zwölf Kilometern erreiche ich den befürchteten Anstieg auf der Palani Road, der sich etwa dreihundert Meter zieht. Die meisten um mich herum gehen, sodass ich wieder ein paar Plätze gut machen kann. Hier begegne ich Patrick Lange, der mir auf seinem letzten Rennkilometer entgegen kommt und gleich in einer Weltrekordzeit ins Ziel rasen wird. Ein paar Minuten später bin ich schon wieder auf dem glühenden vierspurigen Queen Ka` Highway in den Lavafeldern Richtung Wendepunkt am „Energy Lab“, wo mein Rennen erst wirklich anfängt. Die Aufholjagt beginnt. Von einer Verpflegungsstation zur anderen kämpfte ich mich durch und hoffe, das eingeschlagene Tempo noch lange stabil halten zu können. Auf Kilometer siebzehn meldet sich aber eine erste Krise, die zum Ironman genauso gehört wie das berauschende Gefühl, wenn es grad eine Weile gut läuft. Mein Körper will eigentlich gar keinen Sport mehr machen und drückt das klar aus. Jeder Meter, den ich gut mache und jeder Athlet, den ich überhole lassen die sportliche Qual ein Stück ertragbarer werden. Im Kopf bin ich noch einigermaßen bei der Sache, sodass ich auf der zweiten Hälfte des Marathons meinem Schweinehund und den immer häufiger zurückkehrenden Krisen Stirn zeigen kann. Nach der Wende am Kilometer achtundzwanzig versuchte ich – wie fast alle um mich herum – nur noch einen energetischen Niedergang zu vermeiden bzw. zu verlangsamen. Kühlen, trinken, kühlen. Ab Kilometer dreißig bin ich schon auf dem Rückweg nach Kailua-Kona und baue mich langsam daran auf, dass es ins Ziel nicht mehr so weit ist. Viele werden langsamer, etliche gehen, ein paar haben mit Krämpfen oder Magenproblemen zu tun und zollen Tribut für ein zu schnelles Radtempo, mangelhafte Energiezufuhr, zu wenig Kühlung, oder eine andere der unzähligen Sachen, auf die es beim Ironman auf Hawaii besonders ankommt. Aufnehmen kann ich längst nur noch Cola. In einem helleren Moment nach Kilometer fünfunddreißig versuche ich ein wenig zu beschleunigen. Bald merke ich aber, dass eine Leistungssteigerung nicht mehr möglich ist. Die letzten Kilometer werden wirklich richtig hart für mich. An einer Verpflegungsstelle vier Kilometer vor dem Ziel halte ich ziemlich erschöpft kurz an und will ein paar Schritte einfach gehen. Keine gute Idee. Ich stehe während die ganze Insel nun anfängt in meiner Wahrnehmung zu schwenken und zu hüpfen, als ob sie selbst jetzt weiter laufen würde. Es wird mir schnell klar, worauf es hinaus laufen würde, wenn ich jetzt gehen oder gar stehen bleiben würde. Die einzige Option für mich bleibt, die letzten Kräfte zu mobilisieren und über meinen Schatten zu „springen“. Auf der Uhr sehe ich, dass eine Zielzeit unter zehn Stunden realistisch ist, wenn ich mein Tempo unter fünf Minuten pro Kilometer halten kann. Auf geht’s, raff dich auf und lass das Kopfkino spielen, wie es sich anfühlen wird, wenn du die Qual in zwanzig Minuten überwunden hast und den sagenhaften Spruch Y-A-A-I nach einem erfolgreichen „day light finish“ zugerufen bekommst.

Wie ich die letzten Kilometer bewältigt habe, weiß ich nicht so genau. Existenzielle Selbsterfahrung pur. Vor allem die der eigenen Grenzen. Ich gegen mich. Tunnelblick. Zeit egal. Was zum Geier mich antrieb weiterzumachen, kann ich irgendwie benennen, gefühlt habe ich es aber nur dort. Die Belohnung kam. Auf dem letzten Kilometer durch Kailua-Kona war ich schon mit Glückshormonen überschüttet und genoss den Zieleinlauf des großen Rennens zusammen mit den unzähligen Zuschauern. Geschafft! Vierzigtausend Schritte auf zweiundvierzig Kilometern und zweihundertsechzig Höhenmetern in knapp dreieinhalb Stunden. Keine schlechte Leistung für mich. I am an Ironman! Und ob ich die magischen zehn Stunden bei meiner WM Premiere in Kona unterbieten konnte? … kannst du in meinem Blog aus Hawaii unter www.myrheo.com lesen. Aloha 🙂

Hawaii 2018 von unserem Dalibor Cesak

Wir gratulieren Dr. Dalibor Cesak zu seinem Ironman-Erfolg

Der Ironman auf Hawaii gilt als eines der härtesten Events im Sport und ist das Highlight der Triathlon-Saison: Die Teilnehmenden schwimmen 3,86 Kilometer, fahren 180,2 Kilometer Rad und laufen dann 42,195 Kilometer. Dieser Herausforderung stellte sich 2018 erstmals Dr. Dalibor Cesak, langjähriger Mitarbeiter im Praktikumsamt der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und seit 2015 an der Heidelberg School of Education verantwortlich für die Koordination des Praxisnetzwerkes. Bei insgesamt 2.384 Teilnehmenden kam Cesak auf einen grandiosen 719. Platz und blieb dabei sogar unter der 10 Stunden-Marke. Zu diesem Erfolg gratulieren wir ihm von Herzen.

„Ich will das Bild eines Menschen mit einer chronischen Erkrankung ändern“, sagt Cesak, bei dem bereits 2003 Morbus Bechterew diagnostiziert wurde, eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, die zu einer Versteifung der Wirbelsäule führen kann. Cesak setzt sich ganz aktiv mit seiner Krankheit auseinander: „Körperbewegung begünstigt den Krankheitsverlauf und verlangsamt die Versteifung der Wirbelsäule“, erklärt der systemische Berater und Coach. Neben dem eigenen aktiven Umgang mit der Krankheit möchte er zudem andere motivieren, es ihm gleichzutun; laut Cesak geht daher zum Beispiel ein Teil seiner Sponsorenmittel an Kinderrheuma-Vereine.
Seine Kolleginnen und Kollegen unterstützen wiederum ihn: „Einen Ironman zu bestreiten, bedeutet unglaubliche Höhen und Tiefen zu durchlaufen. Das überwältigende Gefühl, dass ihr in euren Gedanken mit dabei seid, dass ihr mich anfeuert, mit mir fiebert, den Wahnsinn erkennt und trotzdem mittragt, wird mir Antrieb sein“, so Cesak vor dem Triathlon auf seinem Blog.

„Es ist mir eine Ehre, hier starten zu dürfen und ich bin stolz darauf, sich dafür durch meine sportliche Leistung qualifiziert zu haben“, so Cesak weiter. Wie groß diese Leistung war, hat sich am Samstag, 13. Oktober gegen 17.00 Uhr Ortszeit gezeigt: Dalibor Cesak überquerte die Ziellinie und hat damit sein Ziel, als „Daylight Finisher“ anzukommen, erreicht. Und mehr noch: Er brauchte für die insgesamt 226,255 Kilometer keine 10 Stunden! Zu dieser beachtlichen Leistungen gratulieren wir ihm herzlich und wünschen ihm weiterhin jede Menge lebensbereichernde Erfahrung beim Ironman 2018.

Wer Dalibor Cesak auf Hawaii folgen möchte, kann dies auf seinem persönlichen Blog unter myrheo.com/blog tun.

70.3 Portugal Christian holt die Qualifikation zur WM 70.3 für 2019

Hart erarbeiteter 2. Platz AK heute in Portugal 👍🏽

Der Tag hat hoffnungsvoll auf den ersten 800m im Atlantik begonnen, ab dann ging es irgendwie nur noch bergab (relativ betrachtet) 😅 Die nächsten 400m gab es Tritte, Schläge und viel Wasser zu schlucken. Schon nach 10km auf dem Rad setzten dann Magenkrämpfe und erschwerten meine Nahrungsaufnahme. Vielleicht war es zu viel „Fischsuppe“ aus dem Hafenbecken, vielleicht schlechtes Essen. Die Radstrecke konnte ich aber noch mir respektabler Leistung beenden. Jedoch graute es mir vor dem Laufen. Mit 1min Rückstand auf Position 3 liegend wusste ich nicht, wie ich mit solchen Magenprobleme hätte laufen sollen. Glücklicherweise konnte ich nach 3km meinen Rythmus finden und bis ca Kilometer 8 meine Leistung abrufen. Nach 5km konnte ich die Führung übernehmen und die auch ausbauen. Die fehlenden Minerale und Kohlenhydrate machten sich dann bemerkbar und Krämpfe in den Beinen setzten sein. Die 10km Durchgangszeit lag noch bei 37:30min, jedoch verlor ich ab dann mehr und mehr Zeit. Letztlich war es ein knapper 2. Platz mit 17sek Rückstand.

Harter Kampf, schmerzhafte Erfahrung, jedoch gehe ich nun mit dem WM Slot in die Saisonpause, was auch mein Ziel war 😉

Shoutout und ein ❤️-liches Dankeschön

70.3 Slowenien Koper Bericht von Frank Erle

Als Saisonabschluß habe ich mir dieses Jahr den Ironman-70.3 in Koper/Slowenien herausgesucht (1,9km swim – 90km bike – 21km run). Ein Grund für genau dieses Rennen war – neben dem späten Saisonzeitpunkt Ende September – mein Interesse an der Premierenveranstaltung in diesem landschaftlich sehr schönen Land. Am Vortag hätten die relativ hohen Wassertemperaturen die Verwendung des Neoprenanzugs knapp verhindert. Doch zum Glück hat eine leichte Abkühlung im Laufe des Samstags bewirkt, dass beim Schwimmen im Meer der Neoprenanzug doch erlaubt war – ein großer Vorteil gerade für die etwas schwächeren Schwimmer. Zum Schwimmen gibt es wenig zu erwähnen: Der „Rolling-Start“ hat allzu dichtes Gedränge verhindert und ich habe schnell meinen Rhythmus gefunden. Die Sichtweite im Wasser war prima und die Orientierung war einfach. Meine Zeit von 35:47min geht durchaus in Ordnung, insbesondere weil Schwimmstrecke mindestens 100m zu lang war.

Auch der Wechsel aufs Rad hat – ebenso wie der 2.Wechsel später zum Laufen – zügig und unspektakulär geklappt. Ein wenig Bedenken hatte ich wegen der zahlreichen Änderungen beim Radfahren: Sowohl das Zeitfahrrad mit elektronischer Schaltung und anderem Sattel ist brandneu, das pedalbasierte Leistungsmesssystem ist noch neuer ebenso wie der ausgeliehene Zeitfahrhelm. Glücklicherweise erwiesen sich die Bedenken als unbegründet, alles hat wunderbar funktioniert. Die Radstrecke ist sehr interessant. Die ersten 25km sind flach und führen teilweise direkt am Meer entlang, davon ein größerer Teil in Italien. Danach folgen zwei längere Anstiege und viele kürzere giftige Anstiege, die sich auf insgesamt knapp 1300 Höhenmeter addieren. Streckenabschnitte mit schlechtem Fahrbahnbelag, steile Abfahren von bis zu 15% Gefälle gefolgt von engen Abzweigungen und einige künstliche Bodenschwellen erfordern hier volle Konzentration. Besonders erwähnenswert ist hier die extrem enthusiastische Anfeuerung von den Zuschauern entlang der Radstrecke und v.a. von den freiwilligen Helfern an den Verpflegungsstellen. Meine Zeit von 2:43h für die 90km hat mir immerhin die 12.Radzeit unter mehr als 170 Startern in meiner Altersklasse beschert.

Beim Laufen habe ich schnell gemerkt, dass das anspruchsvolle Radfahren Spuren hinterlassen hat. Dennoch kam ich sofort in einen flotten Rhythmus und konnte das Laufen sehr konstant durchziehen. So waren z.B. die Kilometerzeiten im letzten Drittel nur rund 5 Sekunden langsamer als die Kilometerzeiten in der ersten Hälfte des Laufens. Insbesondere der 2.Teil der Laufstrecke ist sehr attraktiv. Hier geht es direkt am Meer entlang in das hübsche mittelalterliche Städtchen Izola. Ebenso wie die Schwimmstrecke war auch die Laufstrecke deutlich zu lang, so dass man von meiner Laufzeit von 1:40h bestimmt 2-3 Minuten abziehen muss. Kurios war hier, dass es vom 21km-Schild bis ins Ziel noch ziemlich genau lange 600m waren. Mit einer Gesamtzeit von 5:05h wurde ich 12. in meiner Altersklasse. Obwohl ich auf eine Top10-Platzierung gehofft hatte, bin ich aufgrund des sehr starken Teilnehmerfeldes durchaus zufrieden. Ein außergewöhnlich schönes Buffet im Finisherbereich und eine ebenso außergewöhnlich lange und gründliche Massage haben das Rennwochenende abgerundet. Insgesamt kann ich dieses Rennen auf jeden Fall sehr empfehlen. Nun freue ich mich über eine kurze Übergangsphase mit etwas geringeren Trainingsumfängen, bevor es mit voller Kraft und Motivation in die Saisonvorbereitung für 2019 geht.

Euer Frank

Bericht von unserem Trainer Mathias Pfähler zur 70.3 WM

Die Teilnahme an der Ironman 70.3 Weltmeisterschaft war ein besonderer Höhepunkt in der Saison 2018. Die Qualifikation hatte ich Mitte Mai durch den 2. Platz in meiner AK beim Ironman 70.3 Rennen in Barcelona erreicht. Leider konnte ich dieses Jahr aufgrund verschiedener Umstände jedoch nicht so planmäßig und kontinuierlich trainieren wie erhofft, so dass eine gezielte Vorbereitung auf Wettkämpfe und insbesondere die 70.3 WM nicht möglich war. Daher waren die sportlichen Ambitionen entsprechend heruntergeschraubt, zumal wir auch mit der Reise nach Südafrika die Gelegenheit nutzen wollten, um dort Urlaub zu machen und dies ferienbedingt nur 2,5 Wochen vor dem Wettkampftermin am 02.09. möglich war. Somit war klar, dass das Training noch mehr improvisiert werden musste und die 70.3 WM nicht zu sehr im Vordergrund stand. Dennoch konnte ich eine positive Grundeinstellung im Urlaub aufbauen und mich auf das Rennen freuen. Die 70.3 Weltmeisterschaft in Port Elizabeth zeichnete sich vor allem durch ein international ultrastark besetztes Teilnehmerfeld (weltweit qualifizierte Profis + Altersklassenathleten), fordernde Streckenverhältnisse und Wetterbedingungen aus – Unter den gesamten Voraussetzung, bin ich daher mit meiner Leistung zufrieden. Ich hatte in allen Disziplinen meine Erwartungen zum Großteil erfüllen können. Schwimmen im Meer war für mich als eher schwächerer Schwimmer mit 34 min für die 1,9km in Ordnung, so dass ich mich im Mittelfeld befand. Beim Radfahren konnte ich nur überholen und die 3. schnellste Radzeit meiner AK erzielen. Beim Laufen musste ich leider etwas langsamer machen aufgrund Verdauungsprobleme (wg. eisgekühltem Iso u. Wassergetränk). Aber ich konnte einigermaßen das etwas reduzierte Tempo,  ohne größere Pitstops auf dem WC, halten und dennoch mit einer der schnellsten Laufsplits in meiner AK weiter Plätze gut machen, so dass letztendlich der 8. Rang meiner AK (von 470 Teilnehmer bei der Weltmeisterschaft) zu Buche stand.
Etwas schade, dass ich in der letzten Alters-/Startgruppe starten musste und man dann eine lange Wartezeit hatte (2h später als die 1. Startwelle), um dann sprichwörtlich hinter, dem ,Feld‘ herfuhr und auch das Wetter im Laufe des Rennens sich verschlechterte. So kam der stärkere Regen um die Mittagszeit als wir noch am Ende auf der Radstrecke fuhren, während Profis u. andere Agegrouper schon im Ziel waren.
Aber das soll keine Ausrede sein- denn meine Altersklassen- Kollegen- hatten ja das gleiche Problem.

Nach gut 2 Wochen aktiver und passiver Regeneration vom Triathlon, habe ich nun wieder Zeit (nicht wie im Frühjahr/Sommer) und Lust auf ein geregeltes Training und merke wie ich wieder in Form komme. Daher mein Entschluss bei der Challenge Sardinien (Mitteldistanz) am 28.10. zu starten, um dort zum Saisonabschluss noch mal gut vorbereitet ein Rennen zu absolvieren.

 

Bericht von Christian Trunk, WM 70.3 in Südafrika

Das WM Rennen ist vorbei und mit einem Tag Abstand bestätigt sich mein Gefühl: Es war ein sehr gutes Rennen und das Optimum, das ich hätte erreichen können. Mein Schwimmen ist weiter stetig verbessert, doch hier muss ich die Lücke zur Spitze in den nächsten 1-2 Jahren schließen, was die Hauptaufgabe im Winter sein wird. Das Radfahren war stabil und solide. Hier habe ich versucht, ein hohes Grundtempo zu wählen, bei dem ich anschließend auch schnell laufen kann. In Vergangenheit habe ich oft versucht, bereits auf dem Rad ganz nach vorne zu kommen. Diese Taktik hat sich ausgezahlt und ich war mit 1:18h auf den Halbmarathon der fünftschnellste Läufer, wohlgemerkt bei einer Weltmeisterschaft. Ich bin wieder richtig erstaunt gewesen, wie stark das Feld besetzt ist. In Europa könnte ich mit dieser Leistung wohl jedes Rennen gewinnen, bei einer WM reicht es zum 13. Platz. Das Gute dabei: Ich weiß, wo meine Probleme liegen und mit einem verbesserten Schwimmen, lande ich automatisch sehr viel weiter vorne. Meine Rad-Lauf-Kombi war mit eine der schnellsten. Ärgerlich war auch, dass ich es ohne Pannen bei den Wechsel in die Top Ten geschafft hätte.

Nach Safari in Afrika und etwas Training zu Hause, werde ich am 30.09. beim Ironman 70.3 Portugal starten, um mich direkt für die WM 2019 in Nizza zu qualifizieren. Dadurch erhoffe ich mir ein entspannteres Wettkampfjahr 2019. 

Heart Racer Junior Triathlon 2018

Am 9.9. war es endlich soweit und die Tria-Kids starteten beim Heart Racer Junior Triathlon. Nicht nur die Jugend sondern auch alle Schüler starteten mit Zeitnahme, für die Jüngsten war es das erste Mal. Die Wechselzonen wurden von jedem alleine eingerichtet, so wie es im Training auch geübt wurde. Mit dem Schwimmen und einem Massenstart auf jeder Bahn begann das Rennen. Jeder spurtete nach dem Schwimmausstieg schnell in die Wechselzone, zog Schuhe, Startnummer und Helm an. Fix wurde das Rad aus der Wechselzone geschoben und nach dem Wechselbalken rauf auf das Rad. Die Radstrecke war bekannt, da sie im Training schon abgefahren wurde. Zuletzt folgte ein Lauf, es wurde aber nicht gelaufen, sondern von Beginn ins Ziel gesprintet. Für alle war es ein toller Erfolg, wir freuen uns auf mehr, euer Trainerteam

Platz 2 beim Rodgau Triathlon für Christian Trunk

Da mein letzter Wettkampf 8 Wochen zurück liegt, nutzte ich die Olympische Distanz, um zurück in den Rennmodus zu kommen. Zwei Wochen vor der 70.3 Weltmeisterschaft war es zudem ein guter Formcheck. Das Rennen war für mich recht einsam. Der spätere Sieger Jan Petralia und ich gingen 25min nach der ersten Startgruppe auf die Schwimmstrecke. Es war also von Beginn an ein Kampf gegen die Uhr und es dauerte bis Laufkilometer 6, ehe Jan die Führung übernahm. Vergleichen mit ihm, sah ich mit meinen 35:50min auf die 10km eher aus wie ein Schulbub.

Trotzdem gutes Rennen, ohne wirklich ausgeruht zu waren. In einer Woche am 2.9.2018 kommt die IRONMAN 70.3 World Championship – ich freu mich!